Sonntag, 18. Februar 2018

Unter halbblauem Himmel - Michelle Schrenk




Eine Liebesgeschichte voller Poesiesprüche.

Verlag: Canim Verlag
Seitenanzahl: 340
Ausgabe (Preis): Gebraucht
Einzelband
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»Weißt du, Robin, ohne Träume ist es, als stünde man unter einem halbblauen Himmel, als hätte man nur einen Schuh an. Und das ist doch furchtbar, oder?« »Halbblauer Himmel? Nur einen Schuh an? Was meinst du damit, Lena?« Ich lächle. »Was gibt’s da nicht zu verstehen? Als Lena nach fünf Jahren wieder auf Robin trifft, kommen längst vergessene Gefühle in Bewegung. Eingeholt von der Vergangenheit erleben die beiden einen unvergesslichen Abend. Und plötzlich, für eine Nacht, sind sie wieder siebzehn. Erinnerungen, Wünsche und Sehnsüchte werden wach … Aber was kann daraus entstehen? Und was passiert, wenn du mit einem Mal alles in Frage stellst? Ein Buch über Freundschaft, Träume und den Zauber der Erinnerungen. Über das Gefühl, wenn du irgendwann zurückdenkst und spürst, dass etwas fehlt. Ein Gefühl, als stündest du unter einem halbblauen Himmel…

Das Buch lag ziemlich lange ungelesen bei mir herum. Jetzt wollte ich es aber mal befreien und der Geschichte eine Chance geben. 

Es ist schon ein ziemlich großer Zufall, dass Lena bei einem großen Event ausgerechnet auf Robin trifft, den sie fünf Jahre lang nicht gesehen hat, aber sie verbringt einen wundervollen Abend mit ihm, bei dem sie sich an alte Zeiten erinnern und über ihre Erinnerungen sprechen. 

Ich mochte das Zusammenspiel der beiden und fand an der Geschichte besonders toll, dass die Musikstücke, die hier gespielt werden, auch tatsächlich existieren, performt von Gabriel Strack. Es ist wirklich empfehlenswert, die Musik während des Lesens zu hören oder generell mal in die Stücke hereinzuhören. Mich haben sie überzeugt. 

Die Charaktere konnten mich dagegen nur zum Teil überzeugen. 

Mit Lena konnte ich leider nicht so viel anfangen. Zuerst fand ich die Weisheiten, die Lena so von sich gibt, wirklich schön, aber irgendwann war sie ein wandelndes Poesiealbum, das sich zu allem Überfluss auch noch wiederholt hat, und dann hat sie diese Sprüche nicht mal selbst umgesetzt, was mich total aufgeregt hat. Es geht vor allem darum, dass man seine Träume nicht aufgeben darf, und das predigt sie Robin immer wieder, dabei haben sie sich fünf Jahre nicht gesehen. Jahre, in denen man sich weiterentwickelt und auch andere Interessen, Träume und Wünsche entwickeln kann.  Das scheint aber nicht der Fall zu sein, denn nachdem Robin zuerst abblockt, gibt er schließlich doch zu, dass sie recht hat.

Ich finde es sehr schade, dass die Charaktere nur in der Vergangenheit leben. Sie sprechen darüber, sie schwärmen davon und sie wünschten sich zurück. Natürlich, wer wünscht sich seine Kindheit nicht zurück? Aber ich finde, das ist keine gute Botschaft, denn man kann nicht ausschließlich in der Vergangenheit leben, sondern muss auch nach vorne schauen und bereit für etwas Neues sein. Das wird hier aber komplett unter den Tisch fallen gelassen.

Der weit ausschweifende Schreibstil hat mich anfangs genervt. Es wird wirklich alles beschrieben, vom Aufstehen bis zum Auflegen von Make-up, Essen holen, Duschen – das einzige, was fehlte, war die Toilette, denn die benutzt sie wirklich nie, obwohl ihr Alltag sonst lückenlos beschrieben wird. 

Das Ende konnte noch ein bisschen was herausreißen, weil es mich emotional mitreißen konnte und ich die Auflösung – auch wenn sie nicht überraschend war – auch mochte.

In einigen Punkten konnte mich das Buch überzeugen, in anderen dagegen gar nicht. Wer eine leichte Liebesgeschichte lesen möchte, ist mit dem Buch gut beraten.

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