Sonntag, 31. März 2019

Chasing Sunrise Morgendämmerung - Emily Mah




Kein typischer Vampirroman.

Verlag: WorkHouse Productions, Inc.
Seitenanzahl: 257
Ausgabe (Preis): E-Book (0,99 €)
1 von 3
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Liana Linacre hatte sich immer für ein langweiliges, braves Mädchen gehalten, denn so war sie, bevor ein unwiderstehlicher Vampir namens Evan vor ihrem Fenster auftauchte. Was als eine aufregende Romanze beginnt, endet als ein Fluch, der ihr Leben und das all ihrer Lieben bedroht. Durch dramatische Schicksalsschläge wird sie von einer verwöhnten Internatsschülerin zur Vollwaise und muss vor den dunklen Mächten fliehen, die ihre Seele wollen.

Das bringt sie nach Taos, New Mexico, in eine schräge Künstlerkolonie, zu ihrer noch schrägeren Tante Cassie. Dort lernt sie nach kurzer Zeit den mysteriösen Corban Alexander kennen, der ihr direkt deutlich zu verstehen gibt, dass er sie nicht in seiner Stadt haben will.

Doch Corban scheint mehr als ein normaler Highschool Schüler zu sein und Liana braucht dringend sein Vertrauen und seine Hilfe, denn nur gemeinsam haben sie eine Chance, einen Jahrtausende alten Kampf zu überleben, den das Böse bisher immer gewonnen hat.

Zu Beginn lernen wir Liana kennen, die ihren Vater durch einen Mordanschlag verloren hat und nun zu ihrer Tante nach Taos in New Mexico gezogen ist und versucht, in ihrem neuen Leben zurechtzukommen. Gleich an ihrem ersten Schultag lernt sie Corban kennen und er reagiert sehr seltsam und aggressiv auf ihre Anwesenheit, was damit zu tun hat, dass er den Vampir in Liana spürt.

Die Geschichte spaltet sich in zwei Teile auf.  In der ersten Hälfte des Buches erlebt man, wie Liana sich in ihrem neuen Leben zurechtzufinden versucht. Sie hat mit dem Tod ihres Vaters und mit dem Problem zu kämpfen, dass sich nicht endgültig in einen Vampir verwandelt. So versucht sie, jeden Tag als Mensch zu genießen. Daneben ist das Leben in New Mexico ganz anders als sie es kennt und gewohnt ist. Es gibt eine große Kluft zwischen Arm und Reich und sie lernt das Leben von den Ureinwohnern kennen.

Dann aber wandelt sich die Geschichte und die zweite Hälfte des Buches widmet sich dem Fantasyaspekt. Es tauchen neben Vampiren noch andere Wesen auf, die ich aber noch nicht verraten möchte. Es war sehr spannend darüber zu lesen und zu erfahren, was die Autorin sich ausgedacht hat und wie diese Wesen funktionieren.

Trotzdem bin ich bei diesem Buch zwiegespalten, denn vor allem den Beginn der Beziehung zwischen Liana und Corban konnte ich nicht nachvollziehen. Es wird nicht klar, warum Corban sich Liana so sehr anvertrauen sollte. Er hätte sie eigentlich im Gegenteil sogar auf Abstand halten sollen. Stattdessen erzählt er ihr alles, was sie über ihn wissen möchte. Und sie vertraut ihm im Gegenzug auch blind, obwohl er ihr bei ihrer ersten Begegnung so eine Angst einjagte und sie so sehr beleidigt, dass sie weinend flüchtet. Kann man aber darüber hinwegsehen, ist es eine Beziehung, die nicht kitschig wird und die einfach schön zu lesen ist. Und wenn man mehr über die Hintergründe erfährt, kann man auch Corbans Reaktionen zu Beginn verstehen.

Ein weiteres kleines Manko war, dass es immer wieder kleinere Sachen gab, die ich nicht nachvollziehen konnte. Beispielsweise errät Liana die andere Spezies, ohne wirkliche Anhaltspunkte, Corban hilft ihr, ohne dass klar wird, warum. Oder mitten in einem erklärenden Gespräch bemerkt Liana, dass sie bei einem Kakao Granulat auf der Zunge schmeckt und dass das zeigt, dass es billiger Kakao ist, sodass sie nun weiß, wie der Laden sein Geld verdient. Das ist eine Information, die fehl am Platz wirkte und die mich auch aus dem Gespräch heraus riss, das die beiden gerade führten.

Trotz dieser kleinen Punkte habe ich die Geschichte aber gerne gelesen, was auch vor allem an der neuen interessanten Mischung der Wesen und den Personen liegt, die mir sympathisch waren, weil sie kleine Fehler bzw. Schwächen haben. Lianas Tante Cassie ist ein sehr spezieller Charakter und im Laufe der Geschichte erfährt man einiges über sie. Liana selbst ist ein sehr intelligenter Charakter und denkt logisch und argumentiert schlüssig. Sie ist ein Bücherwurm und betitelt sich selber als Streberin und isoliert sich dadurch von ihren Mitmenschen, ohne es wirklich zu merken. Über Corban sollte man selber lesen, aber er ist nicht so perfekt, wie es anfangs scheint.

Zum Ende hin wird es dann spannender. Dies hält allerdings nicht lange an. Das Finale war sehr schnell und unproblematisch abgehandelt, was ich sehr schade fand, lässt aber auch noch einige Fragen auf und regt dazu an, weiterlesen zu wollen.

Positiv hervorheben möchte ich noch den Schreibstil. Man kann das Buch sehr schnell und flüssig lesen.

Insgesamt konnte mich die Geschichte unterhalten und ich kann sie weiterempfehlen an alle Fantasyleser, auch jenen, die Vampiren aus dem Weg gehen, weil der Fokus nur bedingt auf diesen Wesen liegt, die Geschichte erzählt vielmehr von der Problematik, mit dem Tod eines nahen Familienmitglieds umgehen und sich in einer vollkommen neuen Umgebung zurechtfinden zu müssen.


Vielen Dank an den Übersetzer Michael Drecker für das Rezensionsexemplar!

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