Donnerstag, 10. Oktober 2013

Totenbraut - Nina Blazon


Ein Fantasyroman mit Ecken und Kanten.

Daten:
Verlag: List Taschenbuch
Seitenzahl: 426
Preis: 9,99 €
Ausgabe: Taschenbuch
Einzelband

Inhalt:
In den Wäldern Serbiens im Jahr 1731. Die junge Jasna muss einen Mann heiraten, den sie nicht liebt, den sie nicht einmal kennt. In der Fremde, weit weg von den geliebten Schwestern, erwartet sie ein trostloses Leben. Ihr neues Zuhause ist eine Burgruine am Rande eines Dorfes, dessen Bewohner Jasnas neue Familie meiden. Als es zu einer Reihe mysteriösen Todesfällen kommt, macht sich die junge Frau auf Spurensuche und stößt dabei auf einen uralten Fluch, der bereits zahlreiche Menschenleben gekostet hat.

Aufbau:
Das Cover zeigt ein Mädchen in rosarotem Kleid mit dunklem Haar, das nach unten schaut. Seine Hände hat es um sich geschlungen, fast wie zum Schutz. Im Hintergrund sieht man einen grauen, farblosen Wald, der sich auch auf der Rückseite des Buches wiederfindet. Die Kapitel sind sehr lang, weshalb sich das Buch an einigen Stellen sehr zieht. Vorne gibt es ein Inhaltsverzeichnis.

Handlung:
Ich habe bereits mehrere Bücher von Nina Blazon gelesen – darunter Zweilicht, Faunblut und Ascheherz – die mir alle sehr gut gefallen haben, besonders getragen durch ihre einzigartige magische Sprache. Bei Totenbraut war ich mir anfangs unsicher, weil es um Flüche und Aberglauben und Vampire gehen sollte und weil es in einer früheren Zeit spielt. Weil ich eigentlich keine historischen Romane lese, war ich sehr skeptisch.
Letztendlich bereitete mir der starke Aberglaube in diesem Buch Probleme. Ständig werden Mythen, Sagen und Aberglauben wiederholt; Rituale, um das Böse fernzuhalten, usw. Leider wurde mir das irgendwann zu viel.

Charaktere:
Jasna, die Protagonistin, ist, wenn man vom Aberglauben mal absieht, eine interessante Persönlichkeit. Sie hat mehrere Schwestern und ist die Drittälteste mit vierzehn Jahren. Die Zweitälteste, Bela, ist ein wenig merkwürdig, aber Jasna fühlt sich mit ihr am meisten verbunden, und es bricht ihr das Herz, als sie sie zurück lassen muss, um einen Fremden zu heiraten.
Ihr Ehemann wird Danilo, der merkwürdig zu seinem Vater ist und sich auch sonst seltsam benimmt. Die beiden heiraten zwar, aber er meidet sie vehement.
Leider konnte ich zu den Charakteren keine besondere Bindung aufbauen und habe nicht mit ihnen mitgefühlt. Vielleicht lag das daran, dass ich den Aberglauben nicht verstanden habe. Klar war das in der früheren Zeit einfach so, aber so abstrakt konnte ich einfach nicht mitdenken und in die Charaktere einfühlen, weil ihre Angst für mich vollkommen unbegründet war.

Schreibstil:
In diesem Buch habe ich die magische Sprache Nina Blazons, die ich aus ihren anderen Werken kenne und lieben gelernt habe, etwas vermisst. Schöne Landschaftsbeschreibungen oder ähnliche Dinge habe ich leider nicht gefunden und auch besondere Zitate habe ich nicht entdeckt. Außerdem lässt sich die Sprache schwer lesen, obwohl es überwiegend kurze Sätze sind, weil die slawische Sprache gesprochen wird. Die Namen werden besonders ausgesprochen und auch einige Wörter sind slawisch, wie zum Beispiel Kleidungsstücke. Zwar wird die Aussprache am Anfang erklärt, aber sich diese zu merken, ist schwierig. Immer wieder habe ich darüber nachgedacht und bin über die Namen gestolpert. Außerdem werden die slawischen Worte nur einmal erklärt und dann nur noch benutzt.

Fazit:
Bei diesem Buch bin ich hin- und hergerissen. Teilweise hat es mir gefallen, teilweise wollte ich schnell durch die Geschichte kommen, weil sie mich nicht gefesselt hat. Wer keine Probleme hat mit Aberglauben und sich leicht in die frühere Zeit und die Gedanken der Personen in der damaligen Zeit hineinversetzen kann, wird dieses Buch mögen. Wer dann auch noch Fantasy und Vampire nicht meidet, sondern willkommen heißt, wird das Buch und seine Geschichte, die es zu erzählen hat, lieben.

Bewertung: 2 Sterne

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