Samstag, 3. November 2018

Die Fischerkinder Das verbotene Buch - Melissa C. Feurer



Eine düstere Geschichte in der Zukunft.

Seitenanzahl: 439
Ausgabe (Preis): Hardcover ( 16,95 €); Taschenbuch (16,00 €); E-Book (3,99 €)
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Ich bedanke mich bei der Autorin, Melissa C. Feurer, für das Rezensionsexemplar!


Nordeuropa, 2133. Mit ihrer Familie lebt die 17-jährige Mira in einem kleinen, streng autoritär geführten Staat. Als Tochter eines hohen Beamten ist sie privilegiert und hat eine gesicherte Zukunft im Blick. Da fällt ihr ein verbotenes Buch in die Hände, das von einem Wanderprediger aus längst vergangenen Tagen erzählt und sie einfach nicht mehr loslässt. Bald bekommt sie Kontakt zu den Fischerkindern, einer geheimen Untergrundorganisation…

Die Geschichte spielt in Europa in der Zukunft. In dieser Welt gelten eine Reihe von Regeln, angefangen bei der Länge der Haare über Rationskarten, mit denen man sich unter anderem Lebensmittel leisten kann, bis hin zu einer Ausgangssperre. Und in diesem Staat lebt Mira mit ihren Eltern.

Die Geschichte beginnt damit, dass Mira ein Buch zurück in eine Buchhandlung bringt und sich ein neues Buch aussuchen möchte, und sie entscheidet sich für eines, das eigentlich nicht zum Ausleihen zur Verfügung steht: Ein in ihrem Staat verbotenes Buch, in dem es um Jesus und Gott geht, ein Thema, das in ihrer Welt ein Tabuthema ist. Die Handlung ist somit christlich geprägt. Es geht in diesem Zusammenhang vor allem um Religionsfreiheit und deren Unterdrückung. Daneben geht es aber generell um die Kluft zwischen Arm und Reich.

Die Geschichte ist sehr geradlinig. So habe ich eine Wendung am Ende schon, bevor sie aufgedeckt wurde, geahnt, allerdings geht es auch nicht unbedingt um Spannung und aufzudeckende Rätsel, sondern darum, wie diese Gesellschaft lebt, wie weit der Spalt zwischen Arm und Reich klafft, welche Opfer gebracht werden, damit Familien wie Miras so gut leben können wie sie es tun. Es ist sehr schockierend zu beobachten, wie wichtig es ist, aus welchem Viertel des Staates man kommt, ob man Vorteile und Privilegien genießen kann oder ob man um jede Essensmarke kämpfen muss, gerade, weil es auch sehr realistisch ist und somit auch nachdenklich macht.

Die Charaktere sind tragend für diese Geschichte. Mira als Protagonistin ist eine sehr starke Persönlichkeit. Ihre Entwicklung in dem Buch hat mir gut gefallen. Zu Anfang ist sie von dem System ihres Staates überzeugt, aber im Laufe der Geschichte ändert sich ihre Sicht nach und nach. Manchmal konnte ich ihre Entscheidungen nicht nachvollziehen und wäre eher den Weg von ihrer Freundin Vera gegangen.

Veras Familie steht zwar auch auf der Seite der Reichen, ist aber in der Gesellschaft verpönt. Ihr Bruder, Filip, arbeitet hart, um das Ansehen seiner Familie wieder ins rechte Licht zu rücken. Mir haben die beiden Geschwister sehr gefallen. Vera ist zwar ängstlich, tut aber das, was sie als das Beste für ihre Familie ansieht, was ich gut nachvollziehen kann. Zu ihrem Bruder, Filip, möchte ich gar nicht so viel verraten, aber auch seine Rolle ist eine besondere. Auch die anderen Charaktere haben ihre eigenen Geschichten und ihre eigenen Beweggründe und einige sind mir ans Herz gewachsen. 

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und detailliert, wodurch die Geschichte zwar langsamer, aber intensiver erzählt wird, was mir sehr gefallen hat.

Das Ende ist recht offen, verspricht aber eine spannende Handlung, denn es wird schon darauf hingewiesen, in welche Richtung es gehen wird.

Die Fischerkinder Das verbotene Buch erzählt eine berührende Geschichte, die zum Nachdenken anregt, getragen von liebevoll gestalteten Charakteren und einem bildhaften Schreibstil.

Kommentare:

  1. Hallo Marina,
    ich kannte das Buch vorher noch gar nicht, außer von deiner "Neuzugängeliste", da habe ich es schon mal gesehen. Es klingt aber echt ganz interessant. Besonders das Setting und die Kluft in der Gesellschaft sorgt sicher für einiges an Schwierigkeiten. Es ist zwar immer schade, wenn man Handlungsstränge von vorausahnen kann, aber wenn der Schreibstil stimmt und einen trotzdem gut mitnimmt, finde ich das kein Ausschlusskriterium. Bei Liebesgeschichten ahnt man schließlich auch meistens, wie das Ende aussehen könnte ;)
    LG Dana

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    1. Hallo Dana, :)
      oh ja, da hast du recht. Und ich finde es bei diesem Buch auch gar nicht schlimm, dass man schon etwas vorausahnen konnte, weil es eben - wie du auch schon schreibst - eher auf die Kluft in der Gesellschaft und andere Probleme geht. :)

      Liebe Grüße
      Marina

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