Montag, 29. Juni 2015

Julischatten - Antje Babendererde

 Eine Sommergeschichte, gepaart mit einer düsteren Realität.
Verlag: Arena
Seitenzahl: 474
Ausgabe (Preis): Klappbroschur (12,99 €)
Einzelband

Simona will Sim genannt werden und versucht, durch ihre verrückten Klamotten und die rote Igelfrisur ihre Gefühle zu verstecken. Sie passt nicht so richtig zu ihrer Familie dazu, weil ihre Schwester zu perfekt ist und ihre Eltern nur Augen für sie haben, und auch sonst verläuft ihr Leben nicht ganz so, wie sie sich das vorgestellt hat. Sim versucht, ihre Gefühle in Alkohol zu ertränken, was sie letztendlich mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus bringt. Ihre Eltern sind verzweifelt und so schicken sie ihre Tochter zu ihrer Tante in die USA, genauer gesagt: In ein Indianer-Reservat.
Dort begegnet sie, direkt nach der Ankunft am Flughafen, Lukas und Jimi, zwei Jungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Das Cover finde ich schön, aber nicht allzu passend zur Geschichte. Es wirkt sehr sommerlich, was nur bedingt zum Thema passt.

Das Buch ist in 32 Kapitel unterteilt und in der dritten Person geschrieben. Die Geschichte erfahren wir abwechselnd von Sim, Jimi und Lukas, wobei Sim den größten Part einnimmt.

Das Buch beginnt damit, dass Sim im Flugzeug auf dem Weg ins Indianer-Reservat sitzt, und mit einer kurzen Erklärung, wie es dazu kam. Am Flughafen begegnet sie Jimi und Lukas, die sie abholen sollen, um sie zu ihrer Tante zu bringen.

Die Charaktere wirkten sehr authentisch und ich konnte mich schnell mit ihnen anfreunden, sie lieben oder hassen lernen und bei einigen war es auch eine Mischung aus beidem.

Die Geschichte beginnt sehr locker und man sieht Sims Frust, dass sie nach ihrer Ansicht am Ende der Welt gelandet ist. Anfangs gibt es große Spannungen zwischen Sim und ihrer Tante. Sim lernt Lukas und Jimi besser kennen, einen vielleicht doch etwas mehr als den anderen.

Doch das Buch erzählt keine typische Sommer- und Liebesgeschichte, sondern es vermischt die sommerliche Liebe mit ersteren Themen, düsteren Passagen, dunkler Wirklichkeit. All das lässt die Geschichte sehr real wirken und, wie man im Nachhinein der Autorin erfährt, sind einige Dinge realer als sie sein sollten.

„Fang damit an, du selbst zu sein und nicht jemand, den andere in dir sehen wollen."
Seite 391

Das Buch führt einen durch das Hoch und Tief eines Lebens im Indianer-Reservat und durch das Leben von Sim, das sich von Grund auf ändert, als sie zu ihrer Tante geschickt wird.

Der Schreibstil ließ mich Bilder vor den Augen sehen, die sich wie ein Film abspielten. Fast konnte ich das Gras riechen, die Sonne auf meinem Gesicht spüren, die Pferdehufe trappeln und die Indianer freudig singen hören. Und fast hätte ich angefangen, zu weinen.

Eine wunderschöne, tragische Geschichte mit Höhen und Tiefen, die nicht nur eine schöne Sommerlektüre ist, sondern die auch etwas Düsteres, Realistisches bereithält, und so eine wunderbare Mischung schafft.


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