Donnerstag, 5. Dezember 2013

Die Rebellion der Maddie Freeman - Katie Kacvinsky

Ein Buch, das Online- und Offline - Leben einander gegenüberstellt und in Frage stellt, was denn jetzt besser ist.
 
Daten:
Verlag: Baumhaus
Seitenzahl: 366
Preis: 8,99 €
Ausgabe: Taschenbuch
Originaltitel: Awaken
Erster Teil einer Reihe

Inhalt:
Das Leben ist zu kurz, um vielleicht zu sagen.
Eine Stadt in den USA, wenige Jahre in der Zukunft: Maddie, 17, lebt wie alle um sie herum ein digitales Leben. Schule und Verabredungen – das alles findet im Netz statt. Doch dann verliebt sie sich in Justin – für den nur das wahre Leben offline zählt. Gemeinsam mit seinen Freund kämpft Justin gegen die Welt der sozialen Netzwerke, in der alles künstlich ist. Dieser Kampf richtet sich gegen die ganz oben – und damit auch gegen Maddies Vater, der das System der Digital School gesetzlich verankert hat. Maddie wird für die Bewegung zu einer Schlüsselfigur. Und sie muss sich entscheiden: Auf welcher Seite will sie stehen?

Aufbau:
Das Cover gefällt mir wirklich sehr gut. Der Pinkton fällt einem direkt ins Auge und der Blick aus den klaren blauen Augen des Mädchens ist stechend und direkt. Die Kapitel haben eine angenehme Länge.
Das Taschenbuch ist sehr gut verarbeitet, denn selbst wenn man das Buch etwas weiter aufschlägt, entstehen keine Leserillen.
In meiner Ausgabe – dem Taschenbuch, erschienen  2011 – gibt es im hinteren Teil des Buches eine Leseprobe des zweiten Teils: Maddie – Der Widerstand geht weiter.

Handlung:
Das Buch liegt schon seit einer Weile auf meinem SuB und ich habe keine Ahnung, warum ich es nicht schon früher gelesen habe.
Es zeigt die Welt von heute in einer extremeren Variante. Alle sind verkabelt. Keiner trifft sich mehr. Ich habe bei diesem Buch öfter gedacht, so könnte tatsächlich die ferne Zukunft aussehen. Vielleicht wird es nicht in 2060 geschehen, aber es könnte geschehen. Die Erklärung im Buch, wie es zu diesem Leben gekommen ist, fand ich erschreckend, tragisch und nachvollziehbar.
Es gibt nicht allzu viel Action in diesem Buch, aber wenn es mal vorkommt, dann kommt es richtig auf den Leser zu und schlägt wie eine Welle über ihm zusammen. Verfolgungsjagden, Fluchten und vieles mehr überschlagen sich plötzlich. Doch dann gibt es auch ein paar ruhige Stellen und der Leser kann durchatmen und sich mit Maddie ausruhen, bevor es weitergeht.
Das Ende des Buches weist keinen richtigen Cliffhanger auf, was ich nicht schlecht finde. So kann man sich mit dem Weiterlesen eine Weile Zeit lassen. Trotzdem kann man sich vorstellen, dass die Reihe noch besser werden könnte, auch wenn man sich fast schon denken kann, wie es weiter geht.

 Charaktere:
Maddie ist eine Person, die sehr angepasst lebt, aber ihre wahren Gefühle sehr unterdrückt. Leider ist sie so dargestellt: Schönes Mädchen, Schlüsselfigur zu allem, weiß nicht, was sie selbst hat (Aussehen und Möglichkeiten, etwas zu verändern). Das alles ist absolut nichts Neues, deshalb fand ich das etwas schade. Trotzdem war mir Maddie sympathisch, zumindest zu dem Zeitpunkt, wenn sie „aufwacht“ und sich von der Online-Welt etwas distanziert.
Justin ist eine starke Persönlichkeit, mit Ecken und Kanten, der sich sehr von anderen Menschen abschottet. Ich habe ihn sehr gemocht, auch wenn er mir manchmal zu distanziert schien, aber genau das macht ihn irgendwie auch aus.

 Schreibstil:
Der Schreibstil ist einfach und leicht zu lesen. Das Buch ist in der Ich-Perspektive, aus Maddies Sicht, geschrieben und ich habe so einige schöne Zitate gefunden, denn teilweise wird mit Weisheiten nur so um sich geworfen.

 Fazit:
Die Rebellion der Maddie Freeman ist ein wirklich tolles Buch, das einem aufzeigt, wie schlimm es einmal werden könnte mit dem Internetleben, denn schon jetzt erkennt man einige schwache Ansätze in der heutigen Zeit. Ich kann dieses Buch jedem Dystopienfan empfehlen, außerdem Leuten, die ein wenig Romantik benötigen, aber auch die Spannung nicht missen wollen.

Bewertung: 4 Sterne

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