Donnerstag, 16. Juli 2015

Changers Drew - T. Cooper und Allison Glock

Die erste Etappe auf einer ungewöhnlichen Reise.
Verlag: Kosmos
Seitenzahl: 343
Ausgabe (Preis): Hardcover (16,99 €); E-Book (14,99 €)
Originaltitel: Changers Book One: Drew
Reihe: 1 von 4

Der 14-jährige Ethan wacht eines Morgens als Mädchen auf und plötzlich ist alles anders.
Ethan ist jetzt Drew. Sie erfährt, dass sie ein Changer ist – einer von wenigen Menschen, die viermal ihre Identität wechseln, bevor sie sich für eine entscheiden müssen.
Die Gebote der Changers sind streng: Vertraue dich niemandem an. Missbrauche nie die Macht, die dir gegeben wurde. Doch vor allem: Verliebe dich nie, aber auch wirklich nie, in einen anderen Changer…

Das Cover gefällt mir wirklich gut, weil es auch perfekt zur Geschichte passt. Die vier Silhouetten passen zu den vier Identitäten, die ein Changer durchläuft. Eine weiblich anmutende Silhouette steht dabei im Vordergrund. Die findet man deutlich auf dem Rücken des Buches, was ich eine sehr gute Idee finde.

Das Buch ist grob in drei Jahreszeiten unterteilt: Herbst, Winter und Frühling. Außerdem gibt es die Unterteilung in einen Prolog aus Ethans Sicht und Change 1 aus Drews Sicht, welche letztendlich ein und dieselbe Person sind. Das Buch ist wie ein Tagebuch aufgebaut, die Geschichte also in Tagen unterteilt.

Im Anhang gibt es noch ein kurzes Glossar mit einigen Erklärungen der wichtigsten Begriffe.

Der Prolog ließ sich für mich sehr leicht lesen und ich war begeistert von der Idee, von der Umsetzung, von Ethan.

Mit der Umwandlung von Ethan in Drew kommt aber ein kleines Problem auf: Ich kann mir Ethan bzw. Drew nicht so richtig als Mädchen vorstellen. Ethan stand immer im Vordergrund und ich hatte nicht das Gefühl, eine Geschichte aus der Sicht eines Mädchens zu lesen, was anfangs noch vollkommen klar ist, aber sich im Laufe des Buches für mich nicht geändert hat. Das könnte an den großen Zeitsprüngen liegen, die es in dem Buch immer mal wieder gibt. Es kann natürlich nicht das gesamte Jahr, mit jedem einzelnen Tag, erzählt werden, aber nach den großen Zeitsprüngen hat sich stets etwas Wesentliches in Drews Leben verändert und ich brauchte eine Weile, bis ich wieder auf dem Laufenden war und alles verstanden habe, was gerade so vor sich geht.

Ein größerer Kritikpunkt ist allerdings die Zeitform, in der das Buch geschrieben ist. Es wechselt willkürlich von Präsens zu Präteritum. An einigen Stellen mag das noch Sinn ergeben, aber wenn Drew von Ereignissen des heutigen Tages berichtet, dann müsste sie im Präteritum – in der Vergangenheit – erzählen. Tatsächlich ist es aber meistens so, dass sie entweder nur im Präsens berichtet. Oder aber im Präteritum anfängt und dann – nach einem Absatz – ins Präsens springt. Das hat mich schon sehr gestört, weil ich nicht so richtig verstanden habe, warum Drew im Präsens erzählt. Wenn ich jemandem von meinen Erlebnissen berichte, dann erzähle ich das auch nicht im Präsens.

Ansonsten hat mir der Schreibstil aber sehr gut gefallen. Er ist sehr locker und humorvoll.

Die Grundidee um die Changers finde ich wirklich gut umgesetzt und auch dass es Gegner und Befürworter der Changers gibt. Das Problem dabei war, wie die Informationen erzählt wurden. Drew weiß selbst noch gar nichts von den Changers und nimmt an einer Art Einführungsveranstaltung der Changers teil, wie es vorgeschrieben ist. Dort bekommt der Leser in Drews Worten die Informationen hingeklatscht. Schnell und lieblos. Es wirkt irgendwie so, als würde dieser Teil der Geschichte sehr ungerne erzählt werden, als würde man dem Leser die Informationen so schnell wie möglich geben wollen, damit man die Geschichte von Drew weiter erzählen kann. Das fand ich sehr schade und führt dazu, dass der Leser sehr wenig von den Changers erfährt. Da bleibt aber auf jeden Fall noch die Hoffnung, in den nächsten Bänden mehr zu erfahren.

Ich habe Drew trotz dessen, dass ich immer Ethan im Kopf hatte, sehr gerne auf ihrem Weg begleitet. Sie hat mit typischen Teenagerproblemen zu kämpfen und natürlich auch damit, dass sie jetzt ein Mädchen ist. Die Charaktere neben Drew mochte ich auch sehr gerne und auch, was im Laufe der Geschichte passiert. Es gibt ein paar Überraschungen und einige unbeantwortete Fragen.

Ein Buch mit einer tollen Idee, aus der noch einiges rausgeholt werden kann, deshalb warte ich nun auf die weiteren Teile und hoffe, dass das Potenzial ausgeschöpft wird.


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