Montag, 1. Juni 2015

Die ummauerte Stadt - Jan Reschke

Ein düsteres, grausames Szenario.
Verlag: Papierverzierer Verlag
Seitenzahl: 432
Ausgabe (Preis): Broschur (14,95 €);E-Book (6,99 €)
Einzelband

Seit dem Zusammenbruch der alten Weltordnung sind die Menschen in der Ummauerten Stadt einer totalitären Kontrolle ausgeliefert. Während Ausgangsperren, Wohnungsenteignungen und Verarmung zum Alltag gehören, riskiert Jeremiah mit dem Sammeln von Elektroschrott und Altmetall in den Außenbezirken regelmäßig sein Leben. Obwohl er sich im Besitz von diesen begehrten Tauschobjekten befindet, sehnt er sich danach, aus der Ummauerten Stadt zu entkommen, in der Nahrungs- und Sauerstoffversorgung kontrolliert und Menschen wie Vieh gehalten werden. Zusammen mit Bezirkskommunikator Goran begehrt Jeremiah gegen das System auf. Doch was wird ihn der Wunsch nach Freiheit kosten?

Das Cover finde ich ganz okay und passend zur Geschichte.
Die Kapitel werden aus verschiedenen Sichten in der dritten Person erzählt.

Die Geschichte begann zwar interessant, flaute aber relativ schnell ab. Es passierte einfach nichts. Stattdessen erfuhr man wenig von den Hintergründen, wie es zu diesem Zukunftsszenario kam. Die Erklärung: Es ist einfach so. Das fand ich unglaublich schade, weil es mir bei einer Dystopie wichtig ist, dass sie Sinn macht, dass sie erschreckend real ist. Stattdessen wird aber keine Erklärung geliefert und so bleibt alles sehr unwirklich.

Außerdem fehlt die Handlung. Im ersten Teil plätschern die Geschehnisse nur so vor sich hin. Ab und an passiert mal was, aber das ist wirklich sehr rar gesät. Stattdessen gibt es langwierige Diskussionen und Abstimmungen (im Stil von: „Stimmen Sie dafür?“ „Ja, ich stimme dafür.“ „Stimmen Sie dafür?“ …) von Politikern und anderen Machthabern, die nicht interessant sind und einfach nur nerven.

Erst in den letzten etwa drei Kapiteln nimmt das Buch an Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich. Ab da wird das Buch sehr grausam, weshalb ich es auch erst ab 16 oder sogar 18 empfehlen würde. Es ist definitiv nichts für schwache Nerven und ich habe eine Passage, in der mir etwas zu genau erklärt wurde, auch nur überflogen.

Mit den Charakteren konnte ich mich leider auch nicht wirklich anfreunden. Nicht alle Handlungen konnte ich so unterstützen und nachvollziehen, sodass mir die Personen auch unsympathisch wurden.

Das Ende ist sehr offen. Es gibt kein Happyend und keine weiteren Erklärungen, wie es weitergeht. Stattdessen hört es einfach auf. An einer sehr frustrierenden Stelle, sodass ich etwas unbefriedigt zurückbleibe.

Der Autor zeigt in diesem Buch ein grausames Zukunftsszenario, vergisst darüber aber die Handlung und die Erklärung. Leider reicht das aber nicht für ein gutes Buch.

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