Montag, 8. Juni 2015

Bodyguard Die Geisel - Chris Bradford

 Ein bekanntes Konzept, gepaart mit einer interessanten Idee.
Verlag: cbj
Seitenzahl: 460
Ausgabe (Preis): Taschenbuch (9,99 €); E-Book (8,99 €)
Originaltitel: Bodyguard Hostage
Reihe: 1 von ?

Ein 14-jähriger als Bodyguard? Das glaubt doch kein Mensch! Doch gerade deshalb wird der Martial-Arts-Experte Connor Reeves für eine geheime Einheit junger Bodyguards angeworben, die jugendliche Stars und die Kinder superreicher Eltern begleiten sollen. Denn wer könnte sie unauffälliger beschützen als ein Gleichaltriger? Zunächst muss er dafür ein gnadenloses Training durchlaufen – von Überfallkommando-Abwehr über Geiselbefreiung bis hin zu Überlebenstraining und Selbstverteidigung. Dann kommt endlich der lang ersehnte erste Auftrag: Er soll die Tochter des amerikanischen Präsidenten beschützen…

Das Cover hat mich sofort angesprochen. Der Junge, der dem Betrachter den Rücken zukehrt, könnte Connor sein. Die Farben sind auch sehr gut gewählt.

Es gibt einen Prolog und 103 sehr kurze Kapitel, sodass man durch das Buch fliegt. Am Ende kann man schon in den nächsten Band reinlesen.

Der Prolog des Buches war sehr spannend und versprach eine actiongeladene, aufregende Geschichte. Danach wird das Buch aber sehr ruhig. Connor wird zunächst als Bodyguard angeworben und durchläuft das Training. Diese Passage fand ich auch sehr interessant, auch wenn ich mir stellenweise gewünscht habe, etwas weniger Theorie zu lesen zu bekommen. Bald bekommt Connor seinen ersten Auftrag. Das hätte ich mir tatsächlich etwas spannender vorgestellt, aber es bleibt weiterhin ruhig. Connor findet sich in seine Arbeit ein, sieht in allem und jedem etwas Verdächtiges, und lässt sich von seiner Klientin, Alicia, auf der Nase herumtanzen.

Einige Ereignisse wirkten mir zu konstruiert und zu übertrieben. Insbesondere am Ende geschieht etwas, das ich zu übertrieben fand.

Es gab auch Szenen aus der Sicht der Täter und das fand ich gut gewählt, auch wenn ich die ganzen Personen kaum auseinanderhalten konnte.

Insgesamt erinnert mich das Buch an eine abendliche Krimiserie: Actionszenen, am Anfang und in der Mitte langgezogen und einen dramatischen Höhepunkt am Ende. Dazu eine große Menge an technikbasierten Erklärungen, die sowieso keiner versteht, ein Opfer und Bösewichte. Der einzige Unterschied war, dass Connor jünger ist als die Ermittler in den Serien, und dass es nicht um einen Mord geht, sondern – wie der Titel schon sagt – um eine Entführung.

Dieses Konzept ist bestimmt nichts Neues und sorgte bei mir streckenweise für Langeweile, vor allem, weil Connor auch unglaublich viel Glück hat. Aber die Idee, dass es so junge Bodyguards gibt, fand ich sehr gut. Und auch die Geschichte in ihrem doch so einfachen Konzept konnte mich von sich überzeugen. Alicia war mir anfangs zwar unsympathisch, aber man kann sie schon verstehen. Und Connor mochte ich sehr gerne, obwohl ich gerne noch mehr von ihm erfahren hätte, außer dass er gut kämpfen kann.

Schade fand ich, dass es eine (erzwungene) Liebesgeschichte geben musste, die ich unnötig und unrealistisch fand. Auch einige Passagen fand ich unrealistisch.

Ein gutes Buch mit einem sympathischen Protagonisten und einer etwas unrealistischen Geschichte, die aber zu unterhalten weiß. Mit einem bekannten Konzept gepaart mit einer neuartigen Idee ergibt dieses Buch eine interessante Mischung.


Kommentare:

  1. Hey, ich finde der Inhalt klingt klasse, aber bei einer Liebesgeschichte hätte ich es cooler gefunden, wenn Conner wenigsten schon 16 oder so gewesen wäre.
    Liebe Grüße,
    Fiorella

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    1. Hallo, :)
      die Liebesgeschichte ist nichts Großartiges, aber gerade deshalb finde ich sie auch unnötig. Viel zu schnell, nur so nebenbei... und stimmt, wenn Connor älter gewesen wäre, dann wäre das auch besser gewesen.

      Liebe Grüße,
      Marina

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  2. Hallo Marina,

    ich weiß ja nicht, was ich von dem Klappentext halten soll. Auf der einen Seite macht es natürlich total neugierig, weil es einfach ungewöhnlich klingt. Auf der anderen Seite finde ich das aber moralisch höchst bedenklich, dass ein 14-jähriger solche Sachen lernt. Mal ganz abgesehen davon, dass der ja gar nicht Vollzeit arbeiten dürfte.^^ Aber in Amerika nimmt man ja vieles nicht so genau (außer wieviel Brust in Filmen und Werbung gezeigt werden darf), da kann man das schon mal machen ;)

    Na kein Wunder, dass Alicia Connor auf der Nase rumtanzt. Wie alt ist sie?

    Die Umsetzung klingt ja irgendwie so lala. Schade eigentlich, aber für meine Wunschliste ist das nichts.

    Grüße,
    Julia

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    1. Hallo Julia, :)
      das stimmt wohl. :D Ja, das ist Amerika. :D
      Alicia ist auch 14. Darum geht es gerade.^^
      Ja, ich fand es auch schade, aber so richtig überzeugt hat es mich leider nicht. Ich überlege auch noch, ob ich die nächsten Bände lesen werde. Mal sehen. :D

      Liebe Grüße,
      Marina

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  3. Hey ;)

    Ich fand den Klappentext auch total ansprechend und will das Buch auf jedenfall lesen :) Doch deine Rezi hat mich jetzt ein bisschen verschüchtert...
    Werde es aber wahrscheinlich trotzdem lesen :P

    LG Keke

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    1. Hallo, :)
      das tut mir leid. :-/ Aber du solltest es auf jeden Fall lesen. Ich könnte mir vorstellen, dass es sehr unterschiedliche Meinungen dazu geben wird. Und vielleicht kann es dich voll überzeugen, vor allem, wenn der Klappentext dich schon anspricht. :)
      Ich wünsche dir dann auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen. :)

      Liebe Grüße,
      Marina

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